Warum verändert Gel-Lack seine Farbe in der Sonne? Violette Flecken und Reflective Gel-Lacke

Warum verändert Gel-Lack seine Farbe in der Sonne? Violette Flecken und Reflective Gel-Lacke

Blauviolette Flecken auf Gel-Lack oder Top Coat gehören zu den Erscheinungen, die nicht nur Kundinnen, sondern manchmal auch erfahrene Nageldesignerinnen überraschen können. Bei direkter Sonneneinstrahlung können insbesondere auf dunklen oder Nude-Farbtönen blauviolette Flecken sichtbar werden, die nach der Rückkehr in Innenräume innerhalb weniger Minuten allmählich verschwinden.

In einer solchen Situation entsteht schnell die Sorge, ob es sich um minderwertiges Material, einen Fehler bei der Anwendung oder eine unzureichende Aushärtung in der UV/LED-Lampe handelt. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um ein natürliches optisches Phänomen, das mit der Zusammensetzung des Materials, der Intensität der Sonneneinstrahlung und der Art der Applikation der einzelnen Schichten zusammenhängt.

Unter Nageldesignerinnen wird außerdem über die allmähliche Aufhellung bestimmter Reflective Gel-Lacke beispielsweise nach einem Sommerurlaub diskutiert. Obwohl beide Erscheinungen mit Sonneneinstrahlung zusammenhängen, haben sie nicht dieselbe Ursache.

In diesem Artikel erklären wir, warum diese Veränderungen entstehen, wie sich ihr Auftreten reduzieren lässt und wann es sich lediglich um eine normale Eigenschaft des Materials handelt.

 

Was verursacht violette Flecken auf Gel-Lack?

Moderne UV/LED-Materialien müssen heute deutlich höhere Anforderungen erfüllen, als lediglich eine feste und glänzende Oberfläche zu erzeugen. Von ihnen werden langfristige Farbstabilität, Widerstandsfähigkeit gegenüber alltäglicher Beanspruchung sowie die Fähigkeit erwartet, Pigmente vor den Auswirkungen der Sonneneinstrahlung zu schützen.

Aus diesem Grund verwenden Hersteller in manchen Top Coats und Gel-Lacken ohne Schwitzschicht verschiedene stabilisierende Bestandteile, beispielsweise UV-Absorber oder optische Aufheller. Diese Stoffe helfen dabei, die natürliche Alterung des Materials zu verlangsamen und tragen dazu bei, dass die Maniküre ihr ursprüngliches Erscheinungsbild möglichst lange behält.

Unter bestimmten Bedingungen können einige dieser Bestandteile bei sehr intensiver Sonneneinstrahlung jedoch einen feinen blauvioletten optischen Effekt erzeugen.

In den meisten Fällen handelt es sich dabei weder um eine chemische Veränderung des Materials noch um eine Beschädigung. Verändert wird vor allem die Art und Weise, wie das Licht die einzelnen Schichten der Modellage durchdringt.

Genau deshalb ist dieser Effekt in der Regel nur vorübergehend. Sobald die Kundin in den Schatten oder in Innenräume wechselt, wird der blauviolette Farbton allmählich schwächer oder verschwindet vollständig.

Warum sind violette Flecken nicht auf dem gesamten Nagel sichtbar?

Eine der häufigsten Fragen lautet: „Wenn es eine Eigenschaft des Top Coats ist, warum wird dann nicht der gesamte Nagel gleichmäßig violett?“

Die Antwort hängt vor allem mit der Dicke der einzelnen Schichten zusammen.

Im Idealfall wären die Schichten aus Base, farbigem Gel-Lack und Top Coat über die gesamte Nagelfläche vollkommen gleichmäßig. In der Praxis entstehen jedoch fast immer geringfügige Unterschiede.

Bereits eine kleine Unebenheit der Untergrundschicht, eine feine Spur nach der Nagelfeile, eine lokal stärkere Farbschicht oder ein leicht verlaufener Top Coat können ausreichen. An diesen Stellen durchdringt das Licht eine dickere Polymerschicht, wodurch der optische Effekt deutlicher sichtbar werden kann.

Es geht also nicht darum, dass bestimmte Bereiche des Nagels mehr UV-stabilisierende Bestandteile enthalten als andere. Entscheidend sind vor allem die unterschiedliche Materialstärke und die Art, wie das Licht die einzelnen Schichten durchdringt.

Violette Flecken sind deshalb häufig besonders sichtbar:

  • im Bereich des Apex,
  • über kleinen Unebenheiten des Untergrunds,
  • an Stellen mit einer stärkeren Top-Coat-Schicht,
  • an Bereichen, an denen eine stärkere Schicht der vorherigen Modellage verblieben ist.

Die alte Modellage kann eine größere Rolle spielen, als man denkt

Mit einem ähnlichen Phänomen können Nageldesignerinnen insbesondere bei regelmäßigen Auffüllterminen konfrontiert werden.

Wenn bei einem vorherigen Refill nicht alle stärkeren Bereiche des alten Materials entfernt werden, entstehen unter der neuen Modellage Stellen mit unterschiedlicher Gesamtdicke.

Nach dem Auftragen einer neuen Base, des farbigen Gel-Lacks und des Top Coats durchdringt das Licht dort mehr Material als auf dem restlichen Nagel. Bei direkter Sonneneinstrahlung können sich diese Stellen als feine blauviolette „Schatten“ zeigen, obwohl die Oberfläche der Modellage auf den ersten Blick vollkommen glatt wirkt.

Aus unserer Salonpraxis wissen wir, dass gerade ein nicht vollständig ausgeglichener Untergrund zu den häufigen Gründen gehört, warum dieser optische Effekt nur auf bestimmten Bereichen des Nagels sichtbar wird.

Deshalb empfehlen wir, bei jedem Refill der Vorbereitung des Untergrunds besondere Aufmerksamkeit zu schenken:

  • überschüssiges altes Material entfernen,
  • einen fließenden Übergang zwischen alter Modellage und Naturnagel schaffen,
  • die Oberfläche vor dem Auftragen des farbigen Gel-Lacks gegen das Licht kontrollieren.

Ein sorgfältig vorbereiteter Untergrund beeinflusst nicht nur das Erscheinungsbild der Modellage, sondern auch ihre langfristige Farbstabilität.

Wie lässt sich violetten Flecken vorbeugen?

Auch wenn sich weder die Intensität der Sonneneinstrahlung noch alle Eigenschaften der verwendeten Materialien beeinflussen lassen, kann das Risiko dieses optischen Phänomens durch eine korrekte Verarbeitung deutlich reduziert werden.

Die Grundlage ist vor allem eine gleichmäßige Konstruktion der Modellage.

  1. Erstellen Sie bereits beim Arbeiten mit Base oder Builder Gel einen möglichst gleichmäßigen Untergrund.
  2. Versuchen Sie nicht, konstruktive Unebenheiten erst mit dem Top Coat auszugleichen.
  3. Tragen Sie farbigen Gel-Lack und Top Coat in gleichmäßigen Schichten auf.
  4. Verwenden Sie eine UV/LED-Lampe, die den Empfehlungen des Herstellers entspricht.
  5. Halten Sie die empfohlenen Aushärtungszeiten ein.

 

Ein häufiger Fehler besteht darin, kleine Unebenheiten mit einer stärkeren Schicht Top Coat ausgleichen zu wollen. Dadurch kann der optische Effekt im Gegenteil sogar deutlicher werden.

Der Top Coat soll in erster Linie die Modellage schützen und für langanhaltenden Glanz sorgen. Konstruktive Unebenheiten sollten daher bereits in den vorherigen Arbeitsschritten beseitigt werden.

Wählen Sie den Top Coat passend zur Art der Modellage

Nicht jeder Top Coat ist für denselben Einsatzzweck entwickelt. Einige Produkte sind vor allem auf maximalen Glanz ausgerichtet, andere auf Flexibilität und wieder andere auf langfristige Farbstabilität. Auch ihre optischen Eigenschaften können sich unterscheiden.

Wir empfehlen deshalb, den Top Coat nicht nur nach dem gewünschten Finish auszuwählen, sondern auch nach der Art der Modellage und den verwendeten Farbtönen.

Bei sehr dunklen Farbtönen kann ein Produkt sinnvoll sein, das die endgültige Farbe möglichst wenig beeinflusst, beispielsweise BGE oder Brilliant Gloss.

Bei Weiß, French Manicure oder milchigen Farbtönen können dagegen Top Coats von Vorteil sein, die dazu beitragen, ein helles Erscheinungsbild langfristig zu erhalten und die natürliche Vergilbung des Materials zu verlangsamen, beispielsweise Perfect Shine DENATO oder allgemein Versiegelungen, die unter UV-Licht eine charakteristische Reaktion zeigen.

Aus unserer Erfahrung ergibt sich, dass die richtige Kombination aus farbigem Gel-Lack und Top Coat häufig einen größeren Einfluss auf das Endergebnis hat als der Austausch nur eines einzelnen Produkts.

Sind violette Flecken ein Reklamationsgrund?

Eine Kundin kann mit einem bei direkter Sonneneinstrahlung aufgenommenen Foto in den Salon kommen und auf blauviolette Flecken hinweisen, die ihr aufgefallen sind. Ist dieses Phänomen ein Grund für eine Reklamation?

In den meisten Fällen nicht.

Wenn der blauviolette Farbton ausschließlich bei intensiver Sonneneinstrahlung auftritt und nach der Rückkehr in Innenräume innerhalb weniger Minuten wieder verschwindet, handelt es sich in der Regel um ein natürliches optisches Phänomen und nicht um einen Produktionsfehler des Materials.

Anders sieht es aus, wenn die Farbveränderung auch ohne Sonneneinstrahlung bestehen bleibt oder von weiteren Erscheinungen begleitet wird, zum Beispiel:

  • Glanzverlust,
  • Rissbildung im Top Coat,
  • Ablösen des Materials,
  • anderen sichtbaren Anzeichen einer Beschädigung der Modellage.

In diesem Fall empfiehlt es sich, den gesamten Arbeitsprozess, die verwendeten Produkte sowie den Zustand der UV/LED-Lampe zu überprüfen und gegebenenfalls den Hersteller zu kontaktieren.

Eine normale optische Eigenschaft von einem tatsächlichen Materialfehler unterscheiden zu können, ist nicht nur für die korrekte Beurteilung einer Reklamation wichtig, sondern auch für die Kommunikation mit der Kundin. Die Fähigkeit, ein solches Phänomen fachlich und verständlich zu erklären, gehört zu den Merkmalen einer erfahrenen Nageldesignerin.

Warum wird über dieses Phänomen heute häufiger gesprochen?

Viele Stylistinnen haben den Eindruck, dass ähnliche optische Effekte erst in den letzten Jahren häufiger sichtbar geworden sind.

Die Entwicklung moderner UV/LED-Materialien schreitet kontinuierlich voran. Hersteller passen ihre Rezepturen laufend an, um sowohl aktuellen gesetzlichen Anforderungen als auch steigenden Ansprüchen an Sicherheit, Farbstabilität und langfristige Widerstandsfähigkeit gerecht zu werden.

Moderne Materialien können daher neue Kombinationen aus Photoinitiatoren, UV-Stabilisatoren, Pigmenten und weiteren funktionellen Bestandteilen enthalten. Jeder Hersteller arbeitet dabei mit einer eigenen Rezeptur, deren optische Eigenschaften sich leicht unterscheiden können.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass moderne Materialien qualitativ schlechter sind. In vielen Bereichen bieten sie im Gegenteil eine höhere Stabilität und bessere Anwendungseigenschaften als frühere Generationen.

Es ist jedoch sinnvoll zu berücksichtigen, dass unterschiedliche Rezepturen unter extremen Lichtbedingungen unterschiedlich reagieren können. Deshalb kommt es heute mehr denn je auf die richtige Kombination der einzelnen Produkte und die Einhaltung des empfohlenen Verarbeitungssystems an.

Warum können manche Reflective Gel-Lacke ihren Farbton verändern?

Neben blauvioletten Flecken wird unter Nageldesignerinnen auch über das allmähliche Aufhellen oder Vergrauen bestimmter Reflective Gel-Lacke gesprochen.

Auf den ersten Blick könnte es so wirken, als handele es sich um dasselbe Problem. Tatsächlich haben beide Erscheinungen jedoch unterschiedliche Ursachen.

Bei violetten Flecken handelt es sich vor allem um einen vorübergehenden optischen Effekt, der nach einer Veränderung der Lichtbedingungen normalerweise wieder verschwindet.

Bei manchen Reflective Gel-Lacken kann es dagegen bei langfristiger Einwirkung äußerer Faktoren zu einer Veränderung des Erscheinungsbildes der Farbpigmente kommen, die den endgültigen Farbton des Gel-Lacks erzeugen.

Wichtig ist, dass diese Veränderung nicht die reflektierenden Partikel selbst betrifft. Diese sind in der Regel sehr stabil und behalten ihren charakteristischen Lichtreflex. Wenn sich der Farbton verändert, liegt die Ursache meist in einer Veränderung der Eigenschaften der Pigmente oder in deren Wechselwirkung mit äußeren Einflüssen.

Wie bei klassischen farbigen Gel-Lacken hängt die Farbstabilität daher von der gesamten Rezeptur des Produkts ab und nicht ausschließlich von den reflektierenden Partikeln.

Eine Veränderung des Farbtons kann sich häufiger zeigen bei:

  • intensiven Rosatönen,
  • Neonfarben,
  • bestimmten violetten Pigmenten,
  • sehr intensiven Rottönen.

Auch hier gilt jedoch nicht, dass eine Farbveränderung zwangsläufig auftreten muss. In den meisten Fällen behält ein Reflective Gel-Lack während der gesamten Tragezeit sein ursprüngliches Erscheinungsbild.

 

Warum verändert sich der Farbton bei manchen Kundinnen und bei anderen nicht?

Auf diese Frage gibt es keine einzelne einfache Antwort.

Zwei Kundinnen können denselben Gel-Lack, denselben Top Coat und dieselbe Anwendungstechnik tragen und dennoch unterschiedliche Erfahrungen machen. Entscheidend ist meist nicht ein einzelner Faktor, sondern die Kombination mehrerer Einflüsse.

Das endgültige Erscheinungsbild der Modellage kann beispielsweise beeinflusst werden durch:

  • die Intensität der Sonneneinstrahlung,
  • die Dauer des Aufenthalts in direkter Sonne,
  • regelmäßige Solariumbesuche,
  • die Verwendung von Sonnenschutzprodukten,
  • Kontakt mit Haushaltschemikalien,
  • Baden im Pool oder im Meer,
  • mechanische Beanspruchung der Hände,
  • die Qualität der Polymerisation,
  • die richtige Wahl des Top Coats.

Jeder dieser Einflüsse ist für sich genommen alltäglich. Treffen jedoch mehrere gleichzeitig zusammen, kann der resultierende Effekt deutlicher ausfallen.

Deshalb kann es vorkommen, dass eine Kundin denselben Farbton über Jahre hinweg ohne sichtbare Veränderung trägt, während eine andere nach einem Sommerurlaub eine leichte Aufhellung oder Farbtonveränderung bemerkt.

Der Sommerurlaub stellt eine besondere Belastung für die Modellage dar

Aus unseren langjährigen Erfahrungen sowie aus den Fragen von Nageldesignerinnen wissen wir, dass viele dieser Situationen gerade während des Sommerurlaubs auftreten.

Innerhalb weniger Tage sind die Nägel einer Kombination von Einflüssen ausgesetzt, die im normalen Alltag meist deutlich weniger intensiv zusammenkommen.

Auf die Modellage wirken gleichzeitig:

  • intensivere UV-Strahlung,
  • höhere Umgebungstemperaturen,
  • Sonnenschutzprodukte,
  • Meerwasser,
  • Poolchemikalien,
  • häufiger Kontakt mit Wasser,
  • Sand und mechanische Belastung.

Jeder dieser Faktoren gehört zu einem normalen Sommerurlaub. Ihre Kombination kann die Oberfläche der Modellage jedoch stärker beanspruchen als die alltägliche Nutzung.

Welche Rolle spielen Sonnenschutzprodukte?

Sonnenschutzprodukte sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Schutzes der Haut vor UV-Strahlung. Sie enthalten jedoch eine Mischung aus UV-Filtern, öligen Komponenten und weiteren Stoffen, die nach dem Kontakt mit den Nägeln einen sehr dünnen Film auf der Oberfläche des Top Coats hinterlassen können.

In den meisten Fällen handelt es sich dabei nicht um eine Beschädigung des Materials. Dieser Film kann jedoch vorübergehend die Lichtreflexion verändern und dadurch das Erscheinungsbild der Modellage beeinflussen. Bei langfristiger und wiederholter Einwirkung in Kombination mit intensiver Sonneneinstrahlung und weiteren Belastungen kann er außerdem zu einer schnelleren Abnutzung der Oberflächenschicht beitragen.

Deshalb empfehlen wir, nach dem Auftragen von Sonnenschutzprodukten überschüssige Rückstände auch vorsichtig von den Nägeln zu entfernen. Diese einfache Gewohnheit kann dazu beitragen, den Glanz und die Farbstabilität der Modellage länger zu erhalten.

Meerwasser und Poolwasser lösen Gel-Lack nicht auf

Unter Kundinnen hält sich gelegentlich die Vorstellung, Meerwasser oder Chlor würden Gel-Lack oder Top Coat „angreifen“ oder „auflösen“. Diese Aussage ist so nicht korrekt.

Polymere Materialien, die bei professionellen Nagelmodellagen verwendet werden, sind gegenüber normalem Kontakt mit Meerwasser und chloriertem Wasser beständig. Das Wasser selbst ist daher nicht die Ursache für eine Farbveränderung oder Beschädigung der Modellage.

Bei langfristiger Einwirkung zusammen mit intensiver UV-Strahlung, hohen Temperaturen, Sonnenschutzprodukten und mechanischer Belastung kann es jedoch zu einer schnelleren natürlichen Alterung der Oberflächenschicht kommen.

Wenn der Top Coat bereits teilweise abgenutzt ist oder durch normales Tragen mikroskopisch kleine Risse entstanden sind, können Veränderungen im Erscheinungsbild deutlicher sichtbar werden.

Nach dem Baden empfehlen wir deshalb, die Hände mit sauberem Süßwasser abzuspülen. Dies ist weder eine Pflicht noch eine Voraussetzung für korrektes Tragen der Modellage, sondern eine einfache vorbeugende Maßnahme, die hilft, Rückstände von Salz, Chlor und kosmetischen Produkten zu entfernen.

Was haben die internen Tests von DENATO gezeigt?

Mit Fragen zu Farbtonveränderungen von Gel-Lacken und Top Coats werden wir bei Schulungen und im Kundensupport immer wieder konfrontiert, auch wenn solche Fälle nicht besonders häufig auftreten. Deshalb haben wir uns für eine eigene langfristige Beobachtung entschieden.

Wir haben mehrere Farbmuster mit unterschiedlichen Gel-Lack-Farbtönen vorbereitet und diese über einen längeren Zeitraum intensivem Tageslicht ausgesetzt. Dabei beobachteten wir kontinuierlich mögliche Veränderungen des Farbtons und des Erscheinungsbildes der einzelnen Farben.

Bei den getesteten Mustern konnten wir während dieses Zeitraums keine sichtbare Farbveränderung feststellen.

Dieses Ergebnis bedeutet jedoch nicht, dass Farbveränderungen beim normalen Tragen grundsätzlich ausgeschlossen sind. Vielmehr unterstützt es unsere langjährige Erfahrung, dass Sonneneinstrahlung allein normalerweise nicht die einzige Ursache solcher Erscheinungen ist.

Das endgültige Erscheinungsbild einer Modellage wird von mehreren Faktoren beeinflusst – von der Anwendungstechnik über die Art des Tragens und mechanische Belastung bis hin zu kosmetischen Produkten und der Umgebung, in der sich die Kundin bewegt.

Es handelt sich hierbei um interne Erfahrungen von DENATO mit konkret getesteten Materialien. Das Verhalten einzelner Produkte kann sich je nach Hersteller, Rezeptur und verwendetem Farbton unterscheiden.

Praktische Empfehlungen für Nageldesignerinnen

Auch wenn sich nicht alle Bedingungen beeinflussen lassen, denen die Nägel während des Tragens ausgesetzt sind, kann eine korrekte Verarbeitung das Risiko optischer Veränderungen deutlich reduzieren.

Wir empfehlen insbesondere:

  1. Einen möglichst gleichmäßigen Untergrund zu schaffen.
  2. Die empfohlene Anwendungstechnik aller Schichten einzuhalten.
  3. Eine hochwertige UV/LED-Lampe zu verwenden, die den Anforderungen des Herstellers entspricht.
  4. Den geeigneten Top Coat passend zum verwendeten Farbton und zur Art der Modellage auszuwählen.
  5. Keine unnötig dicken Top-Coat-Schichten zum Ausgleichen von Unebenheiten zu verwenden.
  6. Die Hände nach dem Baden im Meer oder Pool mit sauberem Wasser abzuspülen.
  7. Überschüssige Sonnenschutzprodukte von der Nageloberfläche zu entfernen.
  8. Bei Arbeiten mit Reinigungsmitteln Schutzhandschuhe zu tragen.

Es handelt sich nicht um komplizierte Regeln. Gerade ihre konsequente Einhaltung entscheidet jedoch häufig darüber, wie eine Modellage auch nach mehreren Wochen Tragezeit aussieht.

Die häufigsten Fehler, die den optischen Effekt verstärken können

  • Ungleichmäßig vorbereiteter Untergrund – unterschiedliche Materialstärken können den optischen Effekt verstärken.
  • Zu starke Top-Coat-Schicht – der Top Coat sollte keine korrekt ausgearbeitete Konstruktion ersetzen.
  • Nicht ausreichend ausgeglichene alte Modellage – verbliebene stärkere Bereiche können die Lichtdurchlässigkeit beeinflussen.
  • Ungleichmäßige Schichten des farbigen Gel-Lacks – unterschiedliche Materialmengen können das optische Endergebnis verändern.
  • Ungeeignete Kombination von Produkten – verschiedene Top Coats können unterschiedliche optische Eigenschaften besitzen.
  • Nichteinhaltung der empfohlenen Aushärtung – die Vorgaben des Herstellers sollten immer beachtet und eine geeignete UV/LED-Lampe verwendet werden.

FAQ: Häufige Fragen zu violetten Flecken und Farbtonveränderungen

Warum sind violette Flecken nur in der Sonne sichtbar?

Weil es sich um ein optisches Phänomen handelt, das vor allem bei intensiver UV-Strahlung sichtbar wird. In Innenräumen oder im Schatten ist der Effekt meist deutlich schwächer oder verschwindet vollständig.

Bedeuten violette Flecken, dass der Gel-Lack minderwertig ist?

In den meisten Fällen nicht. Meist entsteht der Effekt durch eine Kombination aus optischen Eigenschaften des Materials, der Dicke der einzelnen Schichten und der Intensität der Sonneneinstrahlung.

Können violette Flecken bei verschiedenen Marken auftreten?

Ja. Ähnliche optische Erscheinungen können bei Materialien unterschiedlicher Hersteller auftreten, da sie mit den Eigenschaften der verwendeten Materialien und deren Rezepturen zusammenhängen. Wie stark sich der Effekt zeigt, kann sich jedoch je nach Produkt unterscheiden.

Warum verändert sich der Farbton bei manchen Kundinnen und bei anderen nicht?

Das Erscheinungsbild der Modellage wird von vielen Faktoren beeinflusst – von der Anwendungstechnik über die Art des Tragens bis hin zur UV-Belastung, zu kosmetischen Produkten oder mechanischer Beanspruchung. Deshalb kann jede Kundin andere Erfahrungen machen.

Lassen sich solche Erscheinungen vollständig verhindern?

Eine hundertprozentige Lösung gibt es nicht. Ein sorgfältig vorbereiteter Untergrund, eine korrekte Verarbeitung und eine geeignete Kombination der Materialien können das Risiko jedoch deutlich reduzieren.

Zusammenfassung: Wann ist eine Farbveränderung ein normales optisches Phänomen?

Blauviolette Flecken auf Gel-Lack oder Top Coat können auf den ersten Blick wie ein Produktionsfehler oder ein Anwendungsfehler wirken. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um ein vorübergehendes optisches Phänomen, das mit der Zusammensetzung des Materials, der Dicke der einzelnen Schichten und der Intensität der Sonneneinstrahlung zusammenhängt.

Auch Farbtonveränderungen bestimmter Reflective Gel-Lacke werden in der Regel nicht durch einen einzigen Faktor verursacht. Das endgültige Erscheinungsbild der Modellage wird durch die Kombination aus Produktrezeptur, Anwendungstechnik und den Bedingungen beeinflusst, denen die Nägel während der Tragezeit ausgesetzt sind.

Ein sorgfältig vorbereiteter Untergrund, der passend gewählte Top Coat und die Einhaltung der empfohlenen Anwendungstechnik sind die beste Grundlage dafür, ähnliche optische Effekte so weit wie möglich zu reduzieren.

Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass eine gut informierte Nageldesignerin nicht nur eine hochwertige Modellage erstellen kann, sondern ihrer Kundin auch verständlich erklären kann, warum bestimmte optische Effekte auftreten können. Die Fähigkeit, Materialien zu verstehen und ihr Verhalten richtig einzuordnen, gehört zu den Unterschieden zwischen einer reinen Anwendung und wirklich professioneller Arbeit.

Die Entwicklung von UV/LED-Materialien und Veränderungen der Rezepturen

Die Entwicklung moderner UV/LED-Materialien wird heute nicht nur durch den technologischen Fortschritt beeinflusst, sondern auch durch die europäische Gesetzgebung zur Sicherheit kosmetischer Produkte.

Hersteller passen ihre Rezepturen daher in den letzten Jahren schrittweise an, ersetzen bestimmte früher verwendete Stoffe durch neue Alternativen und suchen nach einer optimalen Kombination aus Photoinitiatoren, UV-Stabilisatoren und weiteren funktionellen Bestandteilen.

Moderne Materialien können deshalb in einzelnen Details andere optische Eigenschaften besitzen als frühere Generationen. Dies ist nicht automatisch ein Zeichen geringerer Qualität, sondern eine natürliche Folge der technologischen und regulatorischen Entwicklung.

Zu verstehen, wie sich moderne Materialien verhalten und warum sich ihre Eigenschaften mit der Weiterentwicklung von Technologien und gesetzlichen Anforderungen verändern, gehört zu den wichtigen Merkmalen einer wirklich professionellen Nageldesignerin.


Autor des Artikels

Diesen Artikel haben Lucie Králová und das Expertenteam von DENATO auf Grundlage ihrer Erfahrungen aus der professionellen Nagelstudio-Praxis erstellt.


Aktualisiert

Dieser Artikel wurde entsprechend den aktuellen Erkenntnissen und professionellen Verfahren im Bereich der Nagelmodellage aktualisiert.

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