Base Gel: Wie wählt man die richtige Base?

BASE, UNTERLAGE, ERSTE SCHICHT mit Lucie

Base Gel: Wie wählt man die richtige Base?

Nägel sind nicht alle gleich. Jeder Naturnagel sollte individuell beurteilt werden — je nach Länge, Form, Arbeitsumfeld und auch je nach Material, mit dem wir arbeiten.

Aus vielen Jahren Praxiserfahrung in der Branche zeigt sich immer wieder eines: Eine universelle Lösung gibt es nicht. Jede Hand ist anders, jede Kundin hat einen anderen Lebensstil und andere Anforderungen an Haltbarkeit und Komfort. Genau deshalb gehört die richtige Wahl der Base zu den wichtigsten Schritten der gesamten Modellage.

Ich lade Sie ein, mit mir einen Blick auf einige Erkenntnisse zu werfen, die ich über viele Jahre hinweg gesammelt habe. In diesem Artikel finden Sie sowohl eine Einordnung der Haftvermittler als auch einen Überblick über unsere Bases.

Eine richtig gewählte Base ist kein Detail. Sie ist die Grundlage, die über Haftung, Stabilität, Flexibilität und die langfristige Zuverlässigkeit der gesamten Modellage entscheidet.


Warum es keine universelle Base gibt

Eine der häufigsten Fragen lautet:

„Welche Base soll ich verwenden?“

Die Antwort ist einfach — keine Base ist universell.

Gesunde, brüchige, kurze, lange, gewölbte oder flache Nägel erfordern einen unterschiedlichen Ansatz. Früher wurde Stabilität häufig mit Tips gelöst, heute arbeiten wir überwiegend auf dem Naturnagel. Das stellt deutlich höhere Anforderungen an das Wissen über Materialien und deren Eigenschaften.

Wenn jemand behauptet, es gäbe ein Gel oder eine Base, die für alle geeignet ist, dann entspricht das nicht der Realität aus dem Salonalltag. Und ich kann auch nicht zustimmen, dass immer eine Haftflüssigkeit nötig ist.


Mythen über die Schädlichkeit von Modellagen

Eine Modellage an sich zerstört die Nägel nicht.

Entscheidend sind:

  • die richtige Vorbereitung des Nagels
  • das passend gewählte Material
  • die Arbeitstechnik

Schäden entstehen meist mechanisch — durch Überfeilen, ungeeignete Produktkombinationen oder eine falsche Maniküre. Der Nagel ist kein Werkzeug und sollte auch entsprechend respektiert werden.

Ein gewisser Faktor ist auch das innere Gleichgewicht, darauf gehe ich hier jedoch nicht näher ein. Darüber können Sie künftig auf meinem Blog mehr lesen.

Ich selbst trage KEINE Naturnägel und bin nach all den Jahren der Beobachtung überzeugt, dass ein kürzerer Nagel stärker mechanisch belastet wird und nicht immer nur Gel Lack ausreicht. Trägerinnen längerer Nägel sind vielleicht nicht die Lieblinge von Physiotherapeutinnen, mechanisch sind sie aber oft besser geschützt. Ich bin überzeugt, dass die Hand nach Jahren mit längeren Nägeln automatisch so eingesetzt wird, dass man sich weniger verletzt. Ebenso werden die Nägel dann seltener als Werkzeug benutzt...


Prep, Ultrabond und Primer – worin liegt der Unterschied?

Bei der Vorbereitung des Naturnagels arbeiten wir häufig mit mehreren Produkttypen, die unterschiedliche Funktionen haben. Die richtige Kombination hilft, die Haftung des Materials und die Stabilität der Modellage zu verbessern.

Prep (Dehydrator)

Prep dient vor allem dazu, den Naturnagel zu entfetten und zu dehydrieren.

Seine Aufgabe ist es:

  • die natürliche Fettigkeit von der Nagelplatte zu entfernen
  • die Feuchtigkeit in der oberen Nagelschicht zu reduzieren
  • die Oberfläche für weitere Haftprodukte vorzubereiten

Prep wird nach der mechanischen Vorbereitung des Nagels und vor weiteren Haftprodukten verwendet.

Wir führen es in drei Varianten:

  • Prep – Flasche mit Pinsel
  • Pre Nail Prep – Spray
  • Pre Nail Prep Scrub – Spray mit flüssigem Feilen-Effekt

(Hinweis: Unser reiner Cleanser ist eine ausgezeichnete Flüssigkeit und entfettet den Nagel ebenfalls sehr gut.)


Ultrabond (flüssiger Bonder)

Ultrabond ist eine Haftflüssigkeit, die zwischen dem Naturnagel und dem Material eine adhäsive Schicht bildet. Meist arbeitet er in einem pH-Bereich, der dem natürlichen pH-Wert eines gesunden Nagels nahekommt.

Er wird vor allem verwendet:

  • bei problematischen Nägeln
  • bei verminderter Haftung des Materials
  • bei der Arbeit mit härteren Modellagegelen

Es ist wichtig, Ultrabond vollständig an der Luft ablüften zu lassen, damit sich eine dünne klebrige Schicht bildet. Genau das ist einer der häufigsten Fehler selbst bei langjährigen Profis. Achten Sie daher unbedingt darauf – er sollte mindestens 30 Sekunden (besser eine Minute) ablüften.


EXTRA Primer

Primer hat eine ähnliche Funktion wie Bonder, wirkt jedoch stärker. Er ist saurer und wird deshalb oft abgelehnt, hat aber definitiv seinen Platz.

Er wird insbesondere verwendet:

  • bei sehr problematischen Nägeln
  • bei Kundinnen mit höherer Nagelfeuchtigkeit
  • bei häufigem Lifting der Modellage

Primer verbessert die Haftung des Materials am Naturnagel, sollte aber sehr sparsam und am besten punktuell eingesetzt werden.

  • Extra Primer – Flasche mit Pinsel
  • Primer-Stift – für eine präzise Dosierung

Ultrabond Gel

Ultrabond Gel ist ein Basisgel, das direkt in der Gelmodellage die Funktion einer Haftschicht übernimmt. Weiter unten beschreibe ich es noch genauer.

Im Unterschied zu flüssigen Bondern:

  • bildet es eine dünne gelige Haftschicht
  • polymerisiert es in der Lampe
  • ersetzt es häufig die Verwendung von flüssigem UB

Wichtige Regel

Es ist nicht immer notwendig, alle Produkte gleichzeitig zu verwenden.

In vielen Fällen reicht:

Prep + eine passend gewählte Base oder ein Grundgel.

Zu viele Haftschichten können manchmal genau den gegenteiligen Effekt haben und die Haftung des Materials sogar verschlechtern.


Persönliche Anmerkung

Ich sehe oft, dass bei Haftungsproblemen immer mehr Produkte hinzugefügt werden. In Wirklichkeit liegt die Ursache jedoch meist in einer unzureichenden Vorbereitung des Nagels oder in einem ungeeigneten Material für den jeweiligen Nageltyp.


Wie verhält es sich mit dem pH-Wert des Nagels, den ich erwähne?

Der Naturnagel hat von Natur aus ein leicht saures Milieu, ähnlich wie die Haut.

Üblicherweise liegt der pH-Wert etwa bei 4,5–5,5.

Wenn der Nagel:

  • geschädigt ist
  • übermäßig gefeilt wurde
  • häufig Chemikalien ausgesetzt ist
  • oder dauerhaft feucht ist

kann seine Oberfläche instabiler und feuchter sein, was die Haftung der Materialien verschlechtern kann.

Was macht Primer in diesem Fall?

Primer (insbesondere säurehaltiger Primer) hat mehrere Funktionen:

  • er entfernt Restfeuchtigkeit von der Nageloberfläche
  • er ätzt die Keratinoberfläche leicht an
  • er schafft eine mikroporöse Struktur, in der sich das Material besser verankern kann

Dadurch verbessert er die mechanische und chemische Haftung des Materials.

In der Praxis wird oft gesagt: Primer senkt den pH-Wert des Nagels. Technisch genauer müsste man aber sagen:

  • Primer säuert zwar die Nageloberfläche an und stabilisiert das Milieu für eine bessere Haftung, aber der pH-Wert der Nagelplatte selbst ist nichts, was wir exakt messen oder langfristig verändern würden (ähnlich wie bei Haaren)

Ein stark überfeilter Nagel hält manchmal gerade deshalb schlechter, weil er zu trocken und zu glatt ist — nicht weil er „fettig“ wäre.

Deshalb hilft paradoxerweise manchmal NUR:

  • weniger zu feilen (PRE NAIL PREP SCRUB VERWENDEN)
  • oder statt eines aggressiven Primers eine flexible Base zu wählen

Es ist also nötig, mit dem zu arbeiten, was Sie tatsächlich sehen. Nicht jedem geschädigten Nagel wird automatisch dieselbe Haftflüssigkeit passen. Die Diagnose des Nagels ist die Grundlage.

In der Praxis zeigt sich aber auch, dass die Vorbereitung des Nagels allein oft nicht ausreicht. Eine große Rolle spielt ebenso die richtige Wahl der Base. Genau hier zeigen sich im Salonalltag einige wiederkehrende Fehler.

Überblick über die DENATO Bases

Bevor wir die einzelnen Bases vorstellen, ist es wichtig zu verstehen, dass ihre Aufgabe nicht nur in der Haftung liegt. Eine richtig gewählte Base beeinflusst die Flexibilität der gesamten Modellage, ihre Stabilität und auch die langfristige Belastung des Naturnagels.

Bei Denato legen wir Wert darauf, dass jede Base klar definierte Eigenschaften und Einsatzbereiche hat. Unterschiedliche Nageltypen erfordern unterschiedliche Grade an Flexibilität, Stabilität und Haftung.

Einige Bases dienen dazu, den Nagel zu verstärken, andere wiederum dazu, ihn abzufedern. Da heute mit Materialien unterschiedlicher Härte gearbeitet wird, müssen wir auch bei den vorbereitenden Bases tiefer denken.

Rubber Base

  • zweiphasige, flexible Bases
  • mehrere Festigkeitsstufen
  • ideal für Naturnägel ohne Verlängerung
  • geeignet zum Ausgleichen von Unebenheiten (z. B. löffelförmige Nägel)
  • mit Remover oder Aceton entfernbar
  • nicht für Verlängerungen geeignet
  • unterscheidet sich in der Festigkeit von 1–5

Bei Rubber Base ist es wichtig, sie nicht als ein einziges universelles Produkt zu sehen. Unsere Bases haben unterschiedliche Festigkeitsgrade, deshalb finden Sie bei jeder Variante eine entsprechende Kennzeichnung.

Flexibilität der RUBBER Base Gele:

  • Clear: ***** (5/5) – am flexibelsten
  • Cover Rosé: **** (4/5)
  • Milky Rosé: *** (3/5)
  • Cover Beige: ** (2/5)
  • Milky White und Skinny: * (1/5) – am festesten

Empfehlung für die Auswahl:

  • Für feste Nägel – eher flexible Varianten
  • Für weiche und brüchige Nägel – eine festere Variante wie Skinny wählen oder eine Verstärkung mit Aufbaugelen in Betracht ziehen
  • Die einzelnen Bases lassen sich miteinander kombinieren. Ich empfehle z. B. die flexible Base Clear unter festere Farbtöne je nach Nageltyp, etwa Milky White oder die Skinny-Reihe, wenn rein festere Varianten allein von der Stabilität her nicht optimal passen.

Ultrabond Base

  • vor allem für Aufbaugele (Monophase, Master usw.) entwickelt
  • sorgt für eine stabile Verbindung zwischen Naturnagel und Modellagematerial
  • weitere Haftflüssigkeiten sind nicht notwendig; verwenden Sie nur Prep oder PreNail Prep zur Desinfektion und Entfettung – bei Verwendung von flüssigem UB kann es passieren, dass sich das Material an den Rändern zurückzieht

Diese Base funktioniert als universelle Grundlage für die meisten Modellagen. Wenn diese Variante nicht passt, wählen Sie A.) eine flexiblere Base oder B.) eine verstärkende Base.

Nail Strength Coat Nr. 10002

  • dünnflüssige stärkende Base mit Vitaminen
  • geeignet für geschwächte Nägel oder Nägel, die Feuchtigkeit ausgesetzt sind
  • kompatibel mit allen Denato Gelen

Diese Base verbindet den Nagel und das anschließende Aufbaumaterial hervorragend – sie verdichtet die Nagelplatte. Da sie auf einer saureren Basis aufgebaut ist, empfehle ich nicht, den pH-Wert des Nagels zusätzlich mit UB-Flüssigkeit auszugleichen. Warum, erkläre ich am Ende.

Hinweis: Wenn Sie unser Gel Crystal Clear mögen (eine flexible Variante für den Aufbau) oder Master Clear verwenden und die Kundin mit der klassischen UB Base nicht zurechtkommt, dann muss meist entweder die Grundlage verstärkt oder auf eine festere Gelvariante gewechselt werden.

Base/Top 2in1 Nr. 5700

  • kombiniert die Funktion von Base und Top
  • ideal für kurze, feste Nägel als eigenständige Grundlage und Top (in Kombination mit Gel Lack)
  • auch für Pediküre unter Gel Lack geeignet
  • mit Remover entfernbar

Diese Base ist kein Modellageprodukt, sondern dient nur als Grundlage. Wenn Sie die Nagelplatte verstärken oder ausgleichen müssen, empfehle ich Rubber Base oder ein Aufbaugel mit der entsprechenden Base. In gewisser Weise ist sie universell (d. h. Flexibilität und Festigkeit 50/50) – sie passt also problemlos zu festen, wenig belasteten Nägeln, die Verstärkung wird jedoch durchschnittlich sein.

Überlegen Sie, ob diese Kombination allein bei Gel-Lack-Anwendungen ausreicht. Ein klares Zeichen dafür, dass die Nägel für diese Art der Verstärkung nicht geeignet sind, ist das Ablösen vom freien Nagelrand bereits nach einer Woche. Der Nagel ist in diesem Fall zu weich und braucht mehr Stabilität.

Ich wiederhole es gern: Das IBX-System verdichtet die Nagelplatte so stark, dass auch diese Variante für die meisten Frauen geeignet sein kann.

Polygel Base Nr. 1493

  • Base speziell für die Kombination mit PolyGelen und Power Gelen
  • bietet erhöhte Stabilität und Festigkeit unter festen Gelen
  • geeignet für stark beanspruchte Nägel
  • auch geeignet, wenn Sie mit einem schwachen Nagel arbeiten und anschließend einen festen Aufbau mit einem dichteren Gel wie z. B. Master Cover modellieren

Diese Base ist – ebenso wie die Strength Base – auf einer saureren Grundlage aufgebaut. Deshalb ist es unnötig, auf dem Nagel einen „Cocktail“ zu erzeugen und UB-Flüssigkeit oder andere Haftflüssigkeiten zusätzlich zu verwenden.

Sculptural Gel Nr. 10001

  • flexible Base mit Eigenschaften eines Rubber Gels
  • hohe Flexibilität ohne Rissbildung
  • einzeln oder unter Gel Lack verwendbar
  • geeignet überall dort, wo eine höhere Flexibilität der Modellage erhalten bleiben soll
  • ideal als Verbindung mit Coffin-Tips (Fullcover-Tips). Warum? Fullcover-Tips sind von sich aus fest und ersetzen in gewisser Weise den Aufbau mit einem härteren Gel – deshalb ist es sinnvoll, die Modellage darunter abzufedern
  • mit Remover entfernbar (einschließlich Coffin-Tips)

Diese Base hat vielen Kundinnen Probleme mit Liftings gelöst. Manche Modellagen müssen abgefedert werden, und in diesem Fall ist Sculptural nach meiner Erfahrung eine sehr zuverlässige Lösung.

Sehr weicher / „papierartiger“ Nagel

Hier ist es oft besser, den Nagel zunächst zu verstärken, damit er die Modellage überhaupt tragen kann. Ich erwähne erneut das IBX-System – in diesen Fällen ist es ein unverzichtbarer Bestandteil und erspart Ihnen viel Arbeit.

  • verstärkende Base / Coat
  • gegebenenfalls ein dünner Aufbau

Weich, aber nicht extrem – der freie Nagelrand biegt sich bei Berührung, hat aber noch ausreichend Elastizität

Hier ist oft eine flexible Base besser, die mit dem Nagel mitarbeitet.

  • Rubber Base, Sculptural Base
  • flexible Grundlage z. B. Crystal Clear (darunter reicht UB-Flüssigkeit, die ausreichend ablüften muss)

Merken Sie sich das:
WEICHER NAGEL → braucht Unterstützung
FESTER NAGEL → braucht Flexibilität
PROBLEMNAGEL → braucht Stabilisierung


Die 3 häufigsten Fehler bei der Auswahl der Base

Im Laufe der Jahre ist mir aufgefallen, dass Probleme mit Liftings sehr oft nicht am Gel selbst liegen, sondern an einer ungeeignet gewählten Base.

Am häufigsten begegne ich diesen drei Situationen:

1. Der Versuch, eine Base für alle Nageltypen zu verwenden

Ein sehr häufiger Fehler ist die Suche nach einer universellen Base, die bei allen Kundinnen funktionieren soll.

In der Praxis sehen wir aber, dass:

  • ein weicher Nagel eine andere Unterstützung braucht als ein fester Nagel
  • ein kurzer Nagel anders reagiert als ein langer
  • ein durch Handarbeit beanspruchter Nagel sich anders verhält

Deshalb ist es immer wichtig, über die Kombination aus Flexibilität und Festigkeit des Materials nachzudenken.


2. Zu viele Haftflüssigkeiten

Wenn die Modellage nicht hält, neigen wir oft dazu, weitere Produkte hinzuzufügen:

  • Prep
  • Ultrabond
  • Primer
  • weitere Bases

Manchmal bewirken aber gerade zu viele Haftschichten das Gegenteil und verschlechtern die Haftung.

Sehr oft reicht:

Prep + die richtig gewählte Base.


3. Ungleichgewicht zwischen Base und Aufbaumaterial

Ein weiteres häufiges Problem entsteht dann, wenn:

  • eine sehr flexible Base verwendet wird
  • und darauf ein sehr festes Aufbaugel – oder umgekehrt

Die Materialien arbeiten dann unterschiedlich, es entsteht Spannung und die Modellage kann sich lösen oder reißen.

Deshalb ist es immer sinnvoll, darauf zu achten, dass das gesamte System als Einheit funktioniert.


Meine Erfahrung aus dem Salon

In der Praxis sehe ich oft, dass das Problem mit Liftings nicht im Material selbst liegt, sondern darin, dass die Base nicht zum Naturnageltyp passt. Sobald die richtige Kombination aus Flexibilität und Festigkeit gewählt wird, verbessert sich die Stabilität der Modellage deutlich.


Pinchen

Warum man mit Wölbung und Pinchen arbeiten sollte

Die Stabilität des Nagels hängt nicht von der Materialdicke ab, sondern von seiner Form.

Eine korrekt aufgebaute Wölbung verteilt den Druck, dämpft Stöße und erhöht die Widerstandsfähigkeit der Modellage deutlich – selbst wenn mit einer dünneren Materialschicht gearbeitet wird. Dadurch können wir heute natürliche, feine und dennoch sehr stabile Nägel modellieren, ohne die Naturnagelplatte unnötig zu belasten.

Moderne Techniken und Hilfsmittel unterstützen uns dabei erheblich. Zum Beispiel erleichtert die Arbeit mit Dual Forms das Verständnis für den richtigen Aufbau und Apex. Trotzdem ist es wichtig zu wissen, dass Tips die Physik nicht für uns lösen – wir müssen mit dem Material so arbeiten, dass die Modellage effizient ist und den Nagel nicht schädigt.

Wird eine zu weiche Base gewählt oder der richtige Typ Base für den jeweiligen Nagel nicht erkannt, kann die fertige Modellage an Stabilität verlieren. Der Nagel wird dann überlastet, biegt sich oder reißt – nicht wegen der Technik, sondern wegen des falsch gewählten Materials.

Es geht nicht darum zu behaupten, dass frühere Techniken schlecht oder veraltet seien. Die Entwicklung der Materialien ermöglicht es uns heute jedoch, anders zu arbeiten – effizienter, schonender und mit einem besseren Verständnis der Biomechanik des Nagels.

Heute wissen wir, dass die richtige Kombination aus Base, festem Aufbaumaterial und Form der Schlüssel zu einer langfristig stabilen Modellage ist. Und genau hier beginnt die eigentliche Arbeit einer Profi-Stylistin.


Flexible vs. feste Base im Zusammenhang mit der Wölbung

Nicht jeder Nagel braucht das gleiche Maß an Flexibilität.

Eine flexible Base folgt der natürlichen Bewegung dünner, weicher oder stark beanspruchter Nägel. Wird sie jedoch als tragende Schicht bei einer Modellage mit stärker ausgeprägter Wölbung verwendet, kann sie sich unter Druck zu stark biegen und dadurch die Stabilität der gesamten Konstruktion beeinträchtigen.

Eine festere Base hingegen schafft ein stabiles Fundament, das die Form hält und den korrekt aufgebauten Apex unterstützt. Bei Techniken, bei denen wir mit Pinchen oder einem ausgeprägteren Aufbau arbeiten, ist genau diese Stabilität entscheidend.

Die entscheidende Frage lautet also nicht „Welche Base ist besser?“, sondern „Welche Base ist für den konkreten Nageltyp und die gewählte Technik geeignet?“

Die richtige Materialwahl in Verbindung mit dem Verständnis für die Form bedeutet weniger Korrekturen, weniger Liftings und vor allem weniger Belastung für den Naturnagel. Das führt zu zufriedenen Kundinnen und spart Ihnen Zeit.


Wann man mit einer ausgeprägten Wölbung vorsichtig arbeiten sollte

Nicht jeder Nagel eignet sich für starkes Pinchen und eine ausgeprägte C-Kurve.

Vorsicht ist vor allem geboten bei:

  • sehr kurzen Nägeln ohne freien Nagelrand
  • extrem flachen oder breiten Nagelbetten
  • Nägeln mit geschädigter oder geschwächter Nagelplatte (hier empfehle ich IBX)
  • Nägeln nach Trauma oder wiederholtem Überfeilen (erneut IBX)
  • Kundinnen mit stark arbeitenden, mechanisch belasteten Nägeln (z. B. in der Produktion am Band)

Bei einem kurzen Nagel ohne freien Rand hat die Konstruktion keinen Raum, „zu arbeiten“, und ein zu starkes Erzwingen der Wölbung kann Druck auf das Nagelbett erzeugen.

Bei sehr flachen Nägeln kann aggressives Pinchen wiederum zu unangenehmer Spannung oder späterem Lifting führen.

In solchen Fällen ist es oft sinnvoller, mit einer sanften, funktionalen Modellage ohne starkes Zusammenziehen zu arbeiten – mit Fokus auf Balance statt auf extreme Form.

Hier sollte nicht ein Trend im Vordergrund stehen, sondern der Respekt vor der Anatomie des Nagels.


Unterfeilen

Ich werde oft gefragt, ob es notwendig ist, den Nagel von unten zu feilen. Schauen wir uns die Vorteile genauer an:

Warum man den freien Nagelrand von unten ausarbeiten sollte

1. Verringerung des mechanischen Drucks auf die Modellage

Der Naturnagel arbeitet – er biegt sich bei normalem Gebrauch der Hände.

Wenn der freie Rand auf der Unterseite zu dick oder uneben ist, entsteht unter Druck ein Hebeleffekt, der Folgendes verursachen kann:

  • Lifting der Modellage
  • Materialbruch
  • Abbrechen der gesamten Modellage

Das Unterfeilen hilft, den freien Rand zu entlasten und die mechanische Belastung zu reduzieren.


2. Besserer Übergang zwischen Material und Naturnagel

Auf der Unterseite befinden sich oft:

  • alte Keratinschichten
  • Unebenheiten
  • Mikroabsplitterungen

Durch leichtes Unterfeilen wird die Unterkante des Nagels gereinigt, sodass die Modellage die natürliche Form besser nachbilden kann.


3. Schaffung der richtigen Nagelarchitektur

Bei konstruktiven Modellagen ist das Gleichgewicht zwischen Apex und freiem Rand entscheidend.

Wenn der freie Rand auf der Unterseite zu dick ist:

  • verschiebt sich der Schwerpunkt des Nagels nach vorn
  • die Modellage beginnt sich wie ein Hebel zu verhalten

Das Unterfeilen hilft, die richtige Konstruktion und Stabilität des Nagels zu erhalten.


4. Vorbeugung gegen Lifting des Materials

Sehr häufig entstehen Liftings gerade am freien Nagelrand.

Die Gründe:

  • der Naturnagel biegt sich
  • das Material ist fester
  • es entsteht Spannung

Das Unterfeilen hilft, diese Spannung zwischen Material und Naturnagel zu minimieren.


5. Ästhetik und Leichtigkeit der Modellage

Ein von unten ausgearbeiteter freier Rand:

  • wirkt feiner und professioneller
  • der Nagel wirkt trotz festem Material nicht schwer und bleibt optisch schlank
  • die Nagelsilhouette wirkt natürlicher

Das ist besonders wichtig bei:

  • Mandel-Formen
  • Ballerina
  • modernen Salonformen

Wichtiger Hinweis

Das Unterfeilen muss immer sehr sanft und kontrolliert erfolgen.

Das Ziel ist nicht, den Naturnagel auszudünnen, sondern:

  • überschüssiges Material zu entfernen
  • den freien Rand zu entlasten
  • die Unterkante des Nagels zu säubern

Die Schlankheit des Nagels ist heute nahezu einer der wichtigsten Aspekte einer perfekten Modellage.

Ich empfehle, den Nagel von unten – wenn möglich – mit Matt Gel zu lackieren; bei längeren Nägeln wirkt das sehr natürlich. Brilliant Gloss Nr. 1484 hinterlässt hingegen einen glänzenden Nagel und hält ebenfalls bis zum nächsten Refill.


Wichtig

Wenn der Nagel vor der Modellage gekürzt wird, ist das Unterfeilen nahezu unverzichtbar.

Nach dem Kürzen bleibt auf der Unterseite oft ein Mikrograt zurück, der später zu Lifting führen kann.

Meine Empfehlung – widmen Sie sich dem Kürzen des Nagels ganz am Ende.


Fazit

Die richtige Wahl der Base ist die Grundlage für eine erfolgreiche Modellage.

Es geht nicht darum, ein einziges „bestes“ Produkt zu haben, sondern die Eigenschaften der Materialien zu verstehen und sie passend zum jeweiligen Nagel zu kombinieren. Ich plane außerdem noch einen Blogartikel über Aufbaugele.

Die Harmonie zwischen Flexibilität, Festigkeit und Ästhetik ist das Ziel jeder professionellen Arbeit. Wenn Sie unsicher sind, empfehle ich ausdrücklich IBX. Dieses System verdichtet die Nagelplatte, der Nagel wird stabiler und ich würde sagen, dass dann für die meisten Nägel eine flexible Base passend sein kann.

Nageltyp Empfehlung
sehr weich / brüchig IBX + stärkende Base
weich Rubber Base Clear / Sculptural
normal UB Base
fest flexible Base

Warum empfehle ich zum Beispiel bei normalen Nägeln UB Base? Nur als dünnflüssigere Adhäsionsschicht bei der Arbeit mit Cover-Tönen oder dichteren Monophasen (hier ist es manchmal sinnvoll, dreiphasig zu arbeiten).

Hinweis

Zur besseren Orientierung finden Sie bei jeder Base eine kleine Zahl in Klammern. Diese Zahl kennzeichnet den ungefähren pH-Wert des Produkts und kann bei der Auswahl der passenden Base je nach Naturnageltyp helfen.

Ich verwende dieses System bereits seit mehreren Jahren als einfache Orientierungshilfe bei der Arbeit mit unterschiedlichen Nageltypen und bei der Materialauswahl. Nun sind Sie die Ersten, die diese kleine Zahl auch in ihrer eigenen Praxis nutzen können – und Nägel ohne Liftings bekommen.

Denken Sie dabei immer daran, dass es keine universelle Lösung gibt – jeder Nagel ist anders und muss individuell beurteilt werden. Die Zahl ist also eher eine kleine Orientierungshilfe, aber am wichtigsten bleiben immer die Beobachtung des Nagels selbst und die Erfahrung aus der Praxis.


FAQ: Praktische Fragen aus dem Salonalltag

Muss ich immer Ultrabond oder Primer verwenden?

Nein. In vielen Fällen reichen eine korrekte mechanische Vorbereitung, Prep und eine passend gewählte Base aus. Zu viele Haftschichten können das Ergebnis sogar verschlechtern.

Woran erkenne ich, dass die gewählte Base zu weich oder zu fest ist?

Wenn das System nicht im Einklang mit dem Naturnageltyp und dem anschließenden Material arbeitet, beginnt die Modellage zu liften, zu reißen oder der Nagel wird unnötig belastet. Beobachten Sie das Verhalten des Nagels über die Zeit – nicht nur direkt nach der Anwendung.

Wann lohnt sich der Einsatz des IBX-Systems?

Vor allem bei sehr weichen, brüchigen, geschädigten oder langfristig problematischen Nägeln. Das IBX-System hilft, die Nagelplatte zu verdichten und die Stabilität für weitere Arbeitsschritte zu verbessern.

Ist Rubber Base für jede Kundin geeignet?

Nein. Rubber Base hat mehrere Festigkeitsstufen, und genau darin liegt ihre Stärke. Sie muss nach dem konkreten Nageltyp ausgewählt werden – nicht danach, dass sie einfach als „beliebte Base“ gilt.

Ist Unterfeilen immer notwendig?

Nicht immer, aber in vielen Fällen sehr sinnvoll. Besonders wenn Sie den Nagel vor der Modellage kürzen oder mit einer konstruktiven Modellage arbeiten, bei der das Gleichgewicht zwischen Apex und freiem Rand entscheidend ist.


Autorin des Artikels:
Dieser Artikel wurde vom DENATO-Fachteam auf Grundlage der Erfahrung aus der professionellen Salonpraxis in Zusammenarbeit mit Lucie Králová erstellt.


Aktualisiert:
Der Artikel wurde entsprechend aktueller Erkenntnisse und professioneller Verfahren im Bereich der Nagelmodellage aktualisiert.

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